Tequila ≠ Tequila

In 5 Schritten zum Tequila-Fanatiker

Schritt 1: Vergiss alles, was Du zu wissen glaubst

Wahrscheinlich war Dein letztes Erlebnis mit Tequila auf einer Party mit Schnapsgläsern, Salz, Zitrone und einer Flasche Sierra. Das ist zwar üblich, aber auf keinen Fall beneidenswert. Trotz seines Rufs macht richtiger Tequila nicht betrunkener als andere Alkoholsorten und hat einen ganz anderen Geschmack als der, den Du kennst (mehr dazu weiter unten). Guten Tequila muss man auch nicht mit Salz und Zitrone trinken um ihn ertragen zu können – aber den gibt es in Deutschland kaum zu kaufen. Infolgedessen haben viele Deutsche und Europäer verzerrte Ansichten über Tequila die unbedingt klargestellt werden müssen.

Schritt 2: Lerne es einen guten Tequila zu erkennen

Der in Deutschland am häufigsten getrunkene Tequila ist wahrscheinlich Sierra Tequila. Das liegt nicht zuletzt daran, dass es in unseren Supermärkten oft nur diesen zu kaufen gibt – es verwundet also nicht, dass Tequila bei uns keinen sehr guten Ruf hat.
Sierra ist ein sogenannter „Mixto“-Tequila, der nur zu rund 51% aus echtem Tequila aus der blauen Weber-Agave besteht. Der restliche Zucker wird aus weniger teuren Materialien wie beispielsweise Zuckerrohr gewonnen. Nett ausgedrückt: Diese Tequila-Sorten sollten um jeden Preis vermieden werden. Guter und wirklich originaler Tequila wird aus 100% Agave hergestellt, was immer prominent auf der Flasche gekennzeichnet ist.

Schritt 3: Versuche verschiedene Tequila-Sorten

Tequila wird ähnlich wie Whiskey und Cognac in verschiedenen Reifegraden unterschieden, die gesetzlich geregelt sind.
„Blanco“– oder „Silver“-Tequila ist der erste Reifegrad. Wie der Name schon sagt ist die Flüssigkeit durchsichtig und klar, was zeigt, dass der Tequila schon nach der Destillation abgefüllt wurde. Blanco Tequila schmeckt meist fruchtig mit leichten Citrusnoten.
„Reposado“-Tequila bedeutet, dass der Tequila zwischen 2 und 11 Monate in weißen Eichenfässern reifen konnte – je nach Hersteller. Dabei wird er nicht nur weicher und entwickelt eine leicht gelb-braune Farbe, er bekommt auch einige zusätzliche Aromen durch das Holz – die Reifearomen.
„Anejo“-Tequila wurde hingegen zwischen 1 und 4 Jahren in Holzfässern mit maximal 600 Litern Fassungsvermögen, zur Reife gelagert. Die Geschmacksnoten entwickeln sich hierbei weg vom fruchtigen zu reifen Dunklen Noten, die dem Holz zu verdanken sind. Der Tequila wird dabei besonders weich im Geschmack.

Schritt 4: Trinke ihn pur!

Nachdem Du jetzt weißt, dass echter Tequila nicht mit dem aus dem Supermarkt zu vergleichen ist, kannst Du dich an den echten Trinkgenuss wagen! Bestelle Dir einen guten Tequila und fülle Ihn in ein Schnaps- oder Schwenkglas – vielleicht einen guten Anejo (besonders weich und aromatisch). Lass ihn kurz im Glas ruhen, bis der Alkoholgeruch verflogen ist. Nachdem Du die Geruchsnoten „erschnüffeln“ konntest, trinke ihn in mehreren kleinen Schlücken – nicht kippen Du Banause! Um die Aromen besser zu schmecken, behalte ihn für einige Sekunden im Mund, bis er ein wenig warm wurde. Es ist völlig in Ordnung, wenn Du Schnaps nur ungern pur trinkst. In Mexiko trinkt man Tequila oft zusammen mit einer Sangrita oder nippt zwischendurch an einem Stück Limette oder Orange.

Schritt 5: Mix Dir einen Cocktail mit Tequila!

Tequila ist dank seiner komplexen und intensiven Aromen sehr gut für hochwertige Cocktails geeignet. Im Vergleich zu anderen Cocktailsorten stehen bei Tequila-Cocktails nicht die fruchtig süßen Säfte und Liköre im Vordergrund, sondern die Geschmacksnoten des Tequilas. Je nach Reifegrad und Hersteller entstehen hier ganz einzigartige Cocktails ohne eine große Zutatenliste, die die wertvollen Geschmacksnoten überdeckt.
In Mexiko trinkt man am liebsten die Paloma. Ein fruchtiger Cocktail mit vergleichsweise wenig Alkohol. Dennoch kommen hier die Tequila-Noten besonders gut zur Geltung. Hier geht’s zum Rezept
Die Amerikaner trinken am liebsten die Margarita, wie man in zahlreichen Filmen und Serien immer wieder gut beobachten kann. Sie ist besonders erfrischend, und perfekt für einen chilligen Sommertag am Pool oder Strand. Hier geht’s zum Rezept.
In Deutschland ist der Tequila Sunrise am beliebtesten. Er ist ein sehr fruchtiger Cocktail, der besonders durch seine Farben hervorsticht, die durch die besondere Mischung wie ein Sonnenaufgang aussehen – ein perfektes Motto für eine aufkommende Tequila-Kultur in Deutschland! Hier geht’s zum Rezept.